10 Fallen, die man beim Hauskauf im Blick haben sollte

Der Kauf eines eigenen Hauses – für die meisten Menschen ist dies eine große Entscheidung im Leben. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Entscheidung gut überlegt ist. Viele Käufer sind beim Hauskauf viel zu leichtsinnig und vertrauen auf das Wort des Verkäufers. Aber wie so oft gilt auch in diesen Fällen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – vor allem bei einer Immobilie im Wert von mehreren hunderttausend Euro.

Aber worauf genau muss man achten? Und welche möglichen Probleme sollte man im Blick haben? Wir haben für Sie in diesem Blogbeitrag zehn Fallen zusammengetragen, die beim Hauskauf auf Sie zukommen können!

Nr. 1 – Zu wenig Zeit

Zeitdruck ist für keine Kaufentscheidung gut – vor allem nicht, wenn es dabei um eine Immobilie geht. Sowohl im gesamten Kaufprozess als auch bei den einzelnen Besichtigungen sollten Sie sich also genug Zeit nehmen und nichts überstürzen. Entscheiden Sie sich nicht für das erstbeste Objekt, sondern schauen Sie sich unbedingt noch weitere an, um vergleichen zu können. Eine Faustregel besagt, dass man ca. 10 Objekte besichtigen muss, um mit hoher Wahrscheinlichkeit das Richtige zu finden. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie zwingend 10 Objekte besichtigen müssen, sie sollten aber auch nicht nur bei einem bleiben. Seien Sie geduldig und zeigen Sie Ausdauer – dann werden Sie belohnt!

Nr. 2 – Unentschlossenheit – Was will ich eigentlich?

Machen Sie nicht den Fehler unvorbereitet in die Haussuche zu gehen. Sie sollten konkrete Vorstellungen von Ihrem neuen Eigenheim haben. Wenn Sie erst nach dem Einzug bemerken, dass Sie eigentlich noch zwei Räume mehr gebrauchen könnten oder ein Keller doch ganz sinnvoll gewesen wäre, ist es zu spät. Planen Sie also genau, wie Sie das Haus nutzen wollen und welche Eigenschaften Ihnen persönlich wichtig sind. Am besten nehmen Sie sich sogar eine Liste mit zur Besichtigung und prüfen genau, ob das Haus die gewünschten Attribute erfüllt. Und auch hier gilt: Lassen Sie sich Zeit. Ihr großer Traum war schon immer eine riesige, offene Küche mit viel Platz zum Kochen? Dann suchen Sie auch so lange, bis Sie sich diesen Traum erfüllen können. Im eigenen Haus soll man sich lange wohlfühlen – ohne Kompromisse.

Planung des Hauskaufs

Nr. 3 – Die Zukunft nicht mit einplanen

Beim Hauskauf sollten Sie unbedingt langfristig denken! Bedenken Sie zum Beispiel Ihre Familienplanung – eventuell benötigen Sie in ein paar Jahren noch zwei Zimmer mehr. Auch absehbare berufliche Veränderungen sollten in die Planungen mit einbezogen werden. Wichtig ist also, nicht zu kurzsichtig an den Hauskauf zu gehen, sondern die Zukunft im Blick zu haben. So können Sie später hohen Zusatzaufwand und ungeplante Kosten vermeiden.

Nr. 4 – Die Lage ist Nebensache

Die Lage einer Immobilie wird häufig unterschätzt. Achten Sie nicht nur auf das Objekt selbst, sondern auch auf die Umgebung. Prüfen Sie unabhängig von Aussagen des Verkäufers oder Maklers, wie gut die Verkehrsanbindung oder Parkmöglichkeiten der Immobilie sind. Sinnvoll ist es auch, die Erreichbarkeit von Supermärkten, Arztpraxen oder Schulen und Kindergärten zu erkunden. Zur Lage gehört auch die Nachbarschaft. Um einen besseren Eindruck davon zu bekommen, können Sie beispielsweise einen gemütlichen Spaziergang durch die nähere Umgebung machen. Zusätzlich trägt die Lage maßgeblich etwas zum Wert Ihrer Immobilie bei.

Nr. 5 – Eine Besichtigung reicht

Sie sollten sich für eine Besichtigung nicht nur genug Zeit nehmen, sondern ein Objekt, das Sie interessiert auch mehrmals ansehen. Wenn möglich, können Sie die Immobilie auch an verschiedenen Tageszeiten besichtigen – so bekommen Sie einen umfassenderen Eindruck. Dabei sollten Sie vor allem auch mögliche Lärm- oder Geruchsbelästigungen berücksichtigen. Bei einer Besichtigung am Abend bemerken Sie beispielsweise nicht, dass Ihre Straße als Durchfahrtsstraße für LKWs genutzt wird. Bedenken Sie zudem die Jahreszeiten. Wenn Sie ein Objekt zum Beispiel im Winter besichtigen, fallen Ihnen große, kahle Laubbäume kaum auf. Diese können Ihren Räumen im Frühjahr oder Sommer aber viel Licht nehmen.

Nr. 6 – Kein Blick für die Details

Schauen Sie beim Hauskauf genau hin, damit Ihnen versteckte Baumängel nicht verborgen bleiben. Dabei sollte man sich auch nicht von stimmungsvollen Beschreibungen des Maklers blenden lassen. Gucken Sie sich nicht nur die Wohnräume an, ein genauer Blick in die Kellerräume sowie auf dem Dachboden ist Pflicht! Achten Sie auf feuchte Stellen, gibt es vielleicht sogar schon erste Anzeichnen von Schimmel? Auf dem Dachboden sollten Sie in Ruhe die Balken betrachten, finden Sie in der Nähe der Balken Sägemehl, kleine Löcher oder meterlange Fraßgänge? All diese Punkte sind Indizien für Holzschädlinge, welche auf lange Sicht das ganze Gebäude destabilisieren können.

Ein zertifizierter Sachverständiger kann Sie bei der Immobilienbesichtigung unterstützen und Ihnen helfen die Immobile auf Herz & Nieren zu prüfen. Je nach Alter des Hauses, sollten in jedem Fall der Zustand der Leitungen, die verwendeten Materialen und die Wärme- und Schallisolierung geprüft werden.

Nr. 7 – Unterlagen nur überfliegen

Prüfen Sie alle Unterlagen sorgfältig! Das ist zwar aufwendig, aber besonders wichtig, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen. Zu diesen Unterlagen gehört nicht nur der Kaufvertrag selbst, sondern auch Dokumente wie der Bauplan, der Grundriss oder auch der Energieausweis. Bei Wohnungen ist auch auf die Teilungserklärung und auf Protokolle vergangener Eigentümerversammlungen zu achten.

Zusätzlich sollten Sie einen Blick ins Grundbuch werfen. Hier können Sie zum Beispiel einsehen, welche Beeinträchtigungen zum Vorteil Dritter bestehen, also ob beispielsweise ein Wohnrecht für eine bestimmte Person in Ihrer Immobilie bestünde oder zum Beispiel Wegerechte. Im Baulastenverzeichnis finden Sie dann noch eine weitere Möglichkeit zu überprüfen, ob gegebenenfalls Beschränkungen in der Bebaubarkeit des Grundstücks vorliegen.

Unterlagen beim Hauskauf sorgfältig prüfen

Diese Dokumente sollten Sie auf jeden Fall erhalten und prüfen:

  • Baupläne inkl. Baubeschreibung und Baugenehmigung
  • Lageplan
  • Wohn- und Nutzflächenberechnung
  • Aktueller Grundsteuerbescheid
  • Energieausweis
  • Protokolle der Eigentümerversammlungen (mindestens der letzten 5 Jahre)
  • Grundbuchauszug (inklusive Grundbuchbelastungen)
  • Preisliste von eventuell zu veräußernden Gegenständen
  • Kaufverträge

Nr. 8 – Baugenehmigung & Bebauungsplan nicht prüfen

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie sollte Sie vor dem Kauf unbedingt die Baugenehmigung prüfen. Mit Hilfe der Baugenehmigung können Sie in Erfahrung bringen, ob es gewisse Auflagen gibt, die Ihren Modernisierungsplänen später im Wege stehen könnten. Sollte die Immobilie darüber hinaus über nachträgliche Anbauten verfügen, sollte Sie sichergehen, dass der aktuelle Eigentümer eine Baugenehmigung dafür hatte. Sollte dies nicht der Fall sein, kann im schlimmsten Fall die Baubehörde eine nachträgliche Beseitigung anordnen.

Ein genauer Blick in den Bebauungsplan gibt Ihnen darüber hinaus Aufschluss darüber, ob Sie auf Ihrem Grundstück weitere Anbauten oder Geschosse errichten dürfen. Zusätzlich enthält der Bebauungsplan Informationen darüber, ob angrenzend an Ihr Grundstück weitere Häuser geplant sind, die Ihnen später die Aussicht versperren könnten.

Nr. 9 – Finanzielle Selbstüberschätzung

Bei der Finanzierung und Kostenplanung Ihres Hauskaufes sollten Sie realistisch bleiben. Rechnen Sie nicht mit einem baldigen Lottogewinn, Beförderungen oder Gehaltserhöhungen, sondern mit dem, was Sie haben. So können Sie Ratenzahlungen vereinbaren, die für Sie realistisch einzuhalten sind. Diese sollte man auf keinen Fall knapp berechnen, sondern auch noch die Möglichkeit haben, monatlich etwas Geld zu sparen.

Mit Hilfe des TGI Budgetrechners können Sie sich vorab einen Überblick über Ihr Budget verschaffen. Bei der Berechnung der Höhe Ihres Finanzierungsbetrags werden unter anderem Nebenkosten wie Notargebühren, die Grunderwerbsteuer sowie Modernisierungskosten berücksichtigt. Am Schluss wird dann das zur Verfügung stehende Eigenkapital dazugerechnet. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie viel Eigenkapital Sie für Ihr Vorhaben benötigen, werden Sie online vermutlich auf viele verschiedene Angaben stoßen. In unserem Blog finden Sie die Mythen und Fakten rund um das Thema Eigenkapital. Für eine genaue Bestimmung Ihres Finanzierungsbetrags beraten wir Sie gerne persönlich – kostenfrei.

Nr. 10 – Sanierungskosten nicht bedenken

Oftmals unterschätzt werden auch Sanierungskosten. Bei Sanierungen werden größere Schäden am Haus beseitigt, wofür meist fachliche Unterstützung notwendig ist. Planen Sie Sanierungskosten also unbedingt in Ihre Rechnungen mit ein. Mit einem Sanierungsrechner können Sie schnell und einfach Kosten und Nutzen verschiedener Sanierungsmaßnahmen ermitteln. Wie Sie sich beim Hauskauf vor unerwarteten Sanierungskosten schützen können, können Sie in unserem Blog nachlesen.

Fallen beim Hauskauf beachten

Bei der finanziellen Planung Ihres Hauskaufes lassen wir Sie natürlich nicht alleine! TGI Finanzpartner berät Sie gerne und steht Ihnen bei Fragen rund um die Finanzierung als Partner zur Seite!

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