Haftpflicht, Vollkasko, Teilkasko – Wie viel Kfz-Versicherung braucht man?

Ungefähr 57 Millionen Kraftfahrzeuge waren 2019 in Deutschland zugelassen. Damit diese bei Schadensfällen auch gut versichert sind, gibt es die Kfz-Haftpflichtversicherung. Aber welche Kfz-Versicherung benötigt man wirklich? Welcher Schutz ist sinnvoll? In diesem Beitrag lernen Sie alles rund um Teilkasko, Vollkasko und Schadenfreiheitsklassen!

Kfz-Haftpflichtversicherung – Gesetzlich vorgeschrieben

Um eine Kfz-Versicherung kommt kein*e Autobesitzer*in herum: Die Kfz-Haftpflichtversicherung wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben und ist somit Pflicht in Deutschland. Aus diesem Grund sind Versicherungen auch dazu verpflichtet jeden Kunden anzunehmen, Ausnahmen gibt es nur in Einzelfällen oder wenn sich die Versicherung auf bestimmte Berufsgruppen oder bestimmte Regionen begrenzt. Kommt es zu einem Unfall, deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung alle Sach- und Personenschäden ab, die andere Verkehrsteilnehmer betreffen, also beispielsweise andere Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger. Schäden, die Sie bei anderen verursacht haben, sind somit grundsätzlich versichert. Schäden, die aber am eigenen Auto entstehen und repariert werden müssen, werden nicht von der Kfz-Haftpflicht übernommen.

Teilkasko und Vollkasko – Wo liegt der Unterschied?

Über die Kfz-Haftpflichtversicherung hinaus, kann man sich zusätzlich mit einer Teilkaskopolice oder einer Vollkaskopolice versichern. Die Teilkasko-Versicherung übernimmt unter anderem die Kosten bei Glasbrüchen, Diebstahl oder Schäden durch Unwetter wie Blitze, Hagel oder Stürme ab der Windstärke 8. Außerdem deckt sie Schäden durch Brände oder Explosionen, durch Kurzschlüsse oder Kabelschäden und Schäden, die durch Zusammenstöße mit Tieren verursacht wurden. Oftmals werden hierbei aber nur Schäden durch Haarwild bezahlt, nicht inkludiert sind zum Beispiel Zusammenstöße mit Hunden oder Vögeln. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass in den Versicherungsbedingungen auch Folgeschäden bei Marderbissen mitversichert sind, sonst wird zwar der direkte Schaden, wie ein zerbissenes Kabel, gezahlt, aber nicht der möglicherweise daraus entstehende Motorschaden.

Kfz-Versicherungen

Alle Leistungen einer Teilkaskopolice sind auch in der Vollkasko enthalten. Eine Erweiterung auf die Vollkaskopolice versichert überdies aber auch Schäden, die durch Eigenverschulden entstanden sind. Wenn Sie also selbstverschuldet einen Unfall bauen und dabei Schäden an Ihrem Auto entstehen, übernimmt eine Vollkasko-Versicherung diese. Auch Schäden, die durch nicht ermittelbare Verursacher entstehen, Schäden bei Fahrerflucht oder Schäden durch nicht versicherte oder zahlungsunfähige Dritte werden von der Vollkasko gedeckt. Außerdem werden Kosten getragen, die durch Vandalismus oder jegliche Art von Tieren verursacht werden.

Teilkasko und Vollkasko – Was soll das kosten?

Eine Teilkaskopolice bekommt man in der Regel für einen ungefähren Aufpreis von 90 Euro zur regulären Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Kosten der Kfz-Haftpflicht sind von verschiedenen Faktoren abhängig: Der Anzahl und dem Alter der Fahrer, dem jeweiligen Wohnort, der Typklasse oder auch den Jahreskilometern. Eine Vollkaskopolice kostet durchschnittlich etwa 325 Euro im Jahr.

Wer Kfz-Versicherungen vergleichen möchte, kann dies unter anderem über den kostenpflichtigen Versicherungsvergleich von Stiftung Warentest.

Was sind Schadenfreiheitsklassen?

Im Bereich der Autoversicherung gibt es die sogenannten Schadenfreiheitsklassen. Das sind bestimmte Abstufungen, die anzeigen, wie lange man schon schadensfrei Auto fährt. Je länger man als Autofahrer*in unfallfrei bleibt, desto günstiger wird die Versicherung in der Schadenfreiheitsklasse, in die man jedes Jahr rutscht. Dabei ordnen die Versicherer jeder Klasse einen Prozentsatz zu, den der Kunde anteilig an der Grundprämie zahlt. So kann es beispielsweise sein, dass man mit 15 unfallfreien Jahren bei manchen Versicherern nur noch ca. 30 Prozent des Beitrages bezahlt. In der Regel profitieren vor allem ältere Fahrer von den Schadenfreiheitsklassen, da sie schon generell länger Auto fahren.

Wenn man allerdings einen Unfall verursacht, kann man in den Schadenfreiheitsklassen auch zurückgestuft werden. Meistens sind es gleich mehrere Stufen, die man dann zurückfällt. Das bedeutet natürlich, dass sich der Rabatt auf den Versicherungsbeitrag verschlechtert. Kunden sollten hierbei abwägen, ob sie den Schaden lieber selbst tragen oder eine Rückstufung in Kauf nehmen – je nachdem was finanziell mehr Sinn ergibt.

Wichtig zu wissen ist noch, dass Schadenfreiheitsklassen und deren Rabatte nicht für Teilkasko-Versicherungen gelten. Die hier gedeckten Schäden werden ja nicht von den Fahrern verursacht, sondern kommen durch andere Faktoren zustande.

Schadenfreiheitsklassen bei Kfz-Versicherungen

Was sollte man beachten?

Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist es wichtig, dass bei Sachschäden mindestens eine Deckungssumme von 50 oder sogar 100 Millionen Euro vereinbart wird, bei Personenschäden reicht eine Deckungssumme ab 12 Millionen Euro aus. Außerdem kann man einen Zusatz für Mietwagen festlegen. Eine Teilkasko- und Vollkaskopolice sollte eine Neuwertentschädigung beinhalten. Diese garantiert, dass man im Schadensfall auch den Neuwert des Wagens erstattet bekommt. Um bei Wildunfällen nicht nur bei Haarwild wie Rehen, Hirschen oder Wildschweinen Schadensersatz zu erhalten, kann man bei der Teilkasko-Versicherung im Vertrag auch extra festlegen, dass Schäden von allen Tieren übernommen werden.

Sparen bei der Kfz-Versicherung

Um bei den Versicherungskosten etwas Geld zu sparen, kann man eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Das bedeutet aber natürlich auch, dass man im Schadensfall dazuzahlen muss. Außerdem ist es sinnvoll, die Beiträge nicht in kleinen Raten, sondern die gesamte Jahresrechnung an einem Termin zu zahlen. Günstiger werden Kfz-Versicherungen auch häufig, wenn man den Fahrerkreis auf wenige Personen begrenzt, eine Werkstattbindung mit einer Werkstatt eingeht, die mit der Versicherung kooperiert oder vorweisen kann, dass man sein Auto in einer Garage parkt. Auch ein regelmäßiger Versicherungswechsel kann sinnvoll sein, um bei der Kfz-Versicherung zu sparen.

Wie viel Kfz-Versicherung braucht man?

Fassen wir zusammen: Um die Kfz-Haftpflichtversicherung kommen deutsche Autofahrer*innen nicht herum, sie ist Pflicht. Vor allem bei teureren Autos ist eine Zusatzversicherung in Form einer Teilkasko nützlich und kann im Schadensfall viele Kosten ersparen. Ähnliches gilt für die Vollkasko, sie ist besonders bei Neuwagen eine sinnvolle Zusatzversicherung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Versicherungsschutz für Sie und Ihr Auto am besten ist, kontaktieren Sie uns gerne! Ihr TGI Finanzpartner berät Sie und sorgt dafür, dass sie den perfekten Schutz haben, wenn sie auf der Straße unterwegs sind!

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